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Hilfe für Obdachlose in Corona-Zeiten

Die Corona-Krise trifft nicht alle gleich. Die Leute mit geringem oder gar keinem Einkommen sind besonders betroffen, wie man zum Beispiel an den zwischenzeitlichen Schließungen der Tafeln sehen konnte. Menschen ohne festen Wohnsitz, die keine Lobby haben und plötzlich ohne öffentliche Hilfsangebote dastehen, sind ebenfalls gefährdet. Wir wollten deshalb wissen, wie es um den Schutz von Obdach- und Wohnungslosen im Kreis Euskirchen steht, und haben Anfang Mai folgende fünf Fragen an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der kreisangehörigen Kommunen geschickt:

1. Laut Meldung von Radio Euskirchen vom 08.04. haben viele Hilfseinrichtungen für Obdachlose und Bedürftige ihre Angebote in der Krise deutlich eingeschränkt. Welche Einrichtungen betrifft das nach Ihrem Kenntnisstand in Ihrer Kommune und welche Angebote sind noch uneingeschränkt vorhanden?

2. Wie werden in ggf. vorhandenen Unterkunftsangeboten die Präventivmaßnahmen zum Infektionsschutz und Kontaktvermeidungen umgesetzt? Werden während der Krise zusätzliche Möglichkeiten zur Hygiene (z.B. Dusch- und Waschgelegenheiten) für Obdachlose benötigt?

3. Halten Sie es vor diesem Hintergrund für denkbar, wegen des erhöhten Platzbedarfs auch Gaststätten und Hotels zur Unterbringung heranzuziehen, wie dies in Deutschland zum Teil schon verwirklicht wurde?

4. Welche Möglichkeiten zur Essensabgabe und Versorgung mit Nahrungsmitteln bestehen vor Ort? Wie beurteilt die Verwaltung die von privaten Initiativen in der Region eingerichteten „Gabenzäune“ (z.B. in Bonn und Siegburg), an denen private Lebensmittelspenden an Obdachlose gesammelt werden?

5. Wie läuft in der Krise die Information und Kommunikation mit den Betroffenen über Streetworking? Bestehen diese Angebote nach Kenntnis der Verwaltung fort, oder wurden die Angebote hier (etwa zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) weitgehend eingestellt?

Wir dokumentieren an dieser Stelle (auszugsweise) die Antworten, die wir von den Kommunen erhalten haben:

Bad Münstereifel

In Bad Münstereifel ist die Tafel nach zwischenzeitlicher Schließung wieder offen, Wohnungslose sind in einzelnen Appartements untergebracht, so dass ausreichende Kontaktreduzierung möglich sei.

Blankenheim

Blankenheim meldet, dass durch die sehr geringen Fallzahlen von obdachlosen Menschen in der Gemeinde alle vorhandenen Hilfseinrichtungen ausreichend sind.

Dahlem

In Dahlem gibt es nach Bürgermeister Lembach seit vielen Jahren keine Obdachlosen und daher auch keine Einschränkungen.

Euskirchen

Die Schließungen wegen Corona betrafen in der Kreisstadt die Tagesstätte des Caritasverbandes in der Kommerner Straße. Alle anderen Angebote, z.B. die Notschlafstelle für Wohnungslose waren weiterhin geöffnet, wenn auch mit begrenzter Belegungszahl. Hilfsangebote auf der Straße intensiviert. Angebote durch die Tafel, Caritas oder z.B. durch die Suppenküche der ev. Kirchengemeinde waren nicht betroffen.

Hellenthal

Die Tafel in Kall, die auch für die Versorgung von Hellenthal von Bedeutung ist, ist nach zwischenzeitlicher Schließung wieder offen. Weitere Hilfsangebote für Bedürftige gibt es nicht, abgesehen von den Schulfördervereinen, die sich in Einzelprojekten auch um Schülerinnen und Schüler in schwieriger sozialer Lage kümmern. Eine Unterbringung in Gaststätten und Hotels wäre denkbar, zur Zeit ist allerdings nur ein einziger Obdachloser, der regelmäßig kontaktiert wird, in einer gemeindlichen Einbringung untergebracht, so dass sich die Frage derzeit nicht stellt.

Kall

Aus Kall kam bisher keine Antwort.

Mechernich

Aus Mechernich kam bisher keine Antwort.

Nettersheim

Obdachlos in Nettersheim sind vor allem die dort in den Gemeinschaftsunterkünften untergebrachten Flüchtlinge. Hier wurden Angebote zur Integration und Betreuung teilweise in den telefonischen und digitalen Bereich verlagert. Es werden regelmäßig (wöchentlich) mehrsprachige "Corona-Rundbriefe" zur Information verschickt. Einkaufshilfen und Einkaufsgemeinschaften wurden gebildet. Es gibt eine leerstehende Unterkunft, weswegen im Quarantäne-Fall keine anderen Einrichtungen angemietet werden sollen.

Schleiden

Betroffen waren zwischenzeitlich Möbelladen und Kleiderlager der Caritas. In der Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge ist die Belegung derzeit so gering, dass keine zusätzlichen Kapazitäten benötigt würden.

Weilerswist

Bürgermeisterin Horst antwortet, dass außer zusätzlichen Maßnahmen zur Hygiene  in der Notunterkunft und entsprechenden Informationen keine Einschränkungen oder Veränderungen bei den Hilfsangeboten für Obdachlose bestehen.

Zülpich

Aus Zülpich kam bisher keine Antwort.